Veranstaltung: Falsch verbunden – Gegen Burschenschaften und Männerbünde

Mittwoch, 17.08.2011 || 18:00 Uhr || Hörssal H2 || Hörsaalgebäude
Hindenburgplatz 10-12 || Münster

Veranstaltung mit Jörg Kronauer

Im Frühjahr 2011 gerieten Studentenverbindungen in den Blickwinkel einer breiteren Medienöffentlichkeit, nachdem bekannt geworden war, dass die Burschenschaft Raczeks zu Bonn einen sogenannten “Ariernachweis” für Mitglieder des Dachverbandes Deutscher Burschenschaften gefordert hatte. In den meisten Hochschulstätten, besonders in denen mit “Traditons”-Universitäten wie in Münster gibt es eine Vielzahl verschiedener Studentenverbindungen.

Im Stadtbild fallen ihre Mitglieder durch ihre eigentümliche Kleidung auf: bunte Kappen auf dem Kopf und Bändchen vor dem Bauch. Doch neben der Pflege überkommener Traditionen und Bräuche vereint die unterschiedlichen Verbindungen – seien es Sänger- oder Turnerschaften, Corps, christliche Verbindungen oder Burschenschaften – ein strukturkonservatives und tendenziell autoritäres Weltbild. Zum Teil zelebrieren sie ihr antiquiertes Macho-Männerbild durch Zweikämpfe mit scharfen Waffen (Mensuren).

Auch wenn sich viele Studentenverbindungen als unpolitisch darstellen, kann dieses Bild bei genauerem Hinsehen nicht aufrecht erhalten werden: auch in scheinbar “harmlosen” Saufgelagen, Aufnahmeritualen und uniformiertem Auftreten manifestieren sich patriarchale, frauenfeindliche und reaktionäre Einstellungen. Teilweise gipfelt dies in Denkweisen, welche denen der extremen Rechten in nichts nachstehen, wie Rassismus, Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus.

Hiermit stehen die Verbindungen in ungebrochener Traditionslinie mit ihrer Geschichte im Nationalsozialismus. So wirkten damals viele Verbindungsstudenten an der Nazifizierung der deutschen Universitäten mit und bekämpften schon in den 1920er Jahren die noch junge Weimarer Demokratie. Manche von ihnen, insbesondere Burschenschafter, sind heute wieder in der extremen Rechten aktiv.

Der Vortrag informiert über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den zahlreichen Arten von Studentenverbindungen in Deutschland, gibt einen kurzen Überblick über ihre Geschichte und beleuchtet die Kontakte zur extremen Rechten.

17.08.2011 || 18:00 Uhr || Hörssal H2 || Hörsaalgebäude
Hindenburgplatz 10-12 || Münster


Hinweis: Die VeranstalterInnen behalten sich nach §6 Abs.1 VersG vor, Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, die der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder andere menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Dies gilt auch für Mitglieder farbentragender Studentenverbindungen.